Zwischen Kunst und Krempel

Hamburg

Man sah sie zuletzt am Rande des Dschungels. Der Blick in den Rückspiegel gerichtet. Maisfeld um Maisfeld, Vorort um Vorort  ziehen vorbei. Es erwartet sie ein tropen-heißer Ort, dicht bewachsen mit Hochhäusern. Seit ein paar Tagen kämpfte ich mich nun schon durch den Großstadtdschungel. Zwischen romantischen Sonnenuntergängen und schweißgebadeten Menschenmassen stellte sich die Frage, wie viel Stadtaffe wirklich in  mir steckt.

Zuerst einmal liebes Hamburg, möchte ich dir da etwas sagen: Ich bewundere dich, denn du bist wie ein Mutterboden der Leidenschaft, du nimmst kein Blatt vor den Mund, du bist ehrlich. Gleichzeitig ertrage ich dich kaum, denn du bist viel zu laut, du ziehst unzufriedene Menschen an wie Obst diese kleinen nervigen Fruchtfliegen und manchmal stinkst du wie eine Mülltonne an heißen Sommertagen. So, ich denke eine Stadt, die so direkt ist wie du, sollte meine Kritik ertragen. Anfangs wollte ich dich nur von deiner Schokoladenseite zeigen. Mir wurde jedoch klar, dass ich dir damit nicht gerecht werde. Das Verruchte gehört nun mal zu dir. Innerhalb dieser Tage hast du mir jedoch auch den ein oder anderen Blick auf jenen Kern gewährt, der für Reisende meist ungesehen bleibt.

Ich muss sagen, du machst es mir nicht einfach. Naja was kann man von einem Dorfkind, das sich in der Großstadt versucht auch erwarten? Vielleicht war mein Timing auch nicht das Beste. Bei 38 Grad mit dem Bus quer durch die Stadt und in der prallen Sonne durch das Karolinerviertel? Ich hatte schon bessere Ideen. Dennoch gab es Einiges zu entdecken:

Zum Beispiel das EIS DREAM Festival in der Altonaer Fischauktionshalle! Ich sage nur GinTonic-Eis. Überraschend lecker, war die kleine Gurkenscheibe, die sich in der Mitte versteckte. Nachdem wir (gemeint sind mein Freund und ich, den ich bis jetzt unerwähnt lies und der eigentliche Hauptgrund für meinen Aufenthalt in Hamburg) einige Runden vorbei an den vielen bunten Ständen gedreht hatten, entschieden wir uns für einen Eisbecher von iceDate. Entscheidungsfreudig – ein Wort, mit dem Freunde mich wohl eher nicht beschreiben würden. Je größer die Auswahl, desto schwerer fällt es eine Wahl zu treffen. Nicht nur ein Stand, nein, auch eine Sorte muss ausgewählt werden #sendhelp. Da kam mir iceDates Angebot gelegen. Ein Becher mit 8 kleinen Kugeln – jede von einer anderen Sorte. Selten lecker und vegan. Ich hätte nie gedacht, dass ein veganes Eis so gut sein kann. Cashewnüsse als Basis, ganze Früchte bestimmen die Sorte, gesüßt wird mit Datteln. Mehr ist nicht drin! Man merkt, ich bin immer noch nicht ganz drüber hinweg.*

Wie bereits erwähnt besuchten wir auch die Gegend rund ums Karolinerviertel. Im Stadtteil St. Pauli gelegen, erreicht man das Viertel gut mit U3 Richtung Feldstraße oder U2 Richtung Messehallen. Es hat mir auf Anhieb gefallen. Wunderschöne Häuserfassaden, ausgefallene Restaurants und kleine individuell gehaltene Läden. Das ist ein ganz anderer Schnack als die Reizüberflutung der Mönckebergstraße.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Edited-Shop.

Ganz in der Nähe erstreckt sich ein etwas anderer Ort des Vergnügens: der Hamburger Dom. Seit Jahrzehnten wird hier mit Adrenalin, Süßkram und fettigem Essen gehandelt. Also so ziemlich mein Himmel auf Erden. Das Gute: Aufgrund der Hitze, war es schön leer. Das weniger Gute: Ich schwitzte das Alster, welches ich mir gerade mal gönnen wollte, noch während des Trinkens wieder aus.

Neue Atrraktionen beim Hamburger Dom erinnern irgendwie ans Tomorrowland.

Während ich schreibe, möchte ich fast wieder zurück. Ich schätze unsere Geschichte beginnt gerade erst. Jedenfalls sollte sich jeder selbst ein Bild von dieser Stadt machen. Es lohnt sich, vorher zu recherchieren. Damit ist nicht gemeint ‚Sehenwürdigkeiten Hamburg‘ zu googlen. Vielleicht setzt ihr euch einfach in eine der S- oder U-Bahn Linien und geht selbst auf Schatzsuche.

*Es grüßt die Korrektur-Lese-Anne. Mir ist klar, dass meine Worte verdächtig nach #werbung riechen. Keine Sorge, für Werbeverträge bin ich nicht annähernd cool genug, mir gefällt nur das Konzept des Eisherstellers.

Taubenhafte Grüße

Eure Anne

 

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